Badminton im TV Metjendorf 04

Ausrüstung

Ball

Grundsätzlich gibt es zwei Arten von Bällen, die ja im eigentlichen Sinn gar keine Bälle sind: den Plastikball und den Naturfederball. Der Naturfederball war natürlich zuerst da, ist aber immer noch qualitätsmässig die absolute No. 1. Wer Wettkämpfe betreibt, spielt immer mit dem teureren Naturfederball. Und was sind die Gründe dafür?

- Der Natur-Federball:
Mit welchem Aufwand Natur-Federbälle hergestellt werden, können die meisten Spieler nur erahnen. Der Einsatz von Maschinen ist nur in Teilbereichen möglich; der Mensch bleibt unentbehrlich: er sortiert, shamponiert, richtet und testet dann, was er produziert hat. Für einen wirklich guten Federball kann man eigentlich nur die zentralen drei Federn jeder Gänse- oder Enten-Schwinge benutzen. Auf die Handarbeit kommt es an. Viele fleißige Hände sind erforderlich, bis ein echter Natur-Federball produziert ist. Die wichtigsten "manuellen Produktionsschritte" gestalten sich dabei so:
Die angelieferten Federn werden grob sortiert, mit Seife unter Zugabe von Bleichmitteln gewaschen, dann getrocknet (im Winter in speziellen Trocknungsgeräten, im Sommer in der Sonne. Dann gilt es die Federn feinzusortieren, ob mit Links- oder Rechtsbeugung, Breite (groß-mittel-schmal).
Besondere Qualifikation erfordert die Arbeit des Endsortierens. Hier geht es um die Stärke des Halms, und der Beugung, die Dichte der Federn und schließlich das Zurechtschneiden einzelner Federn. Die Arbeitskräfte, durchwegs weibliches Personal, arbeiten in einer 50-Stunden-Woche täglich 8 Stunden, mit 10 Minuten Pause alle 2 Stunden. Zirka 14.000 Federn pro Mädchen werden dabei sortiert!
Schließlich werden die Federn nach einem speziellen Maß kontrolliert und nochmals komplett überprüft.
Dann wird der Kork, der bereits mit einem PU-Überzug aus Portugal angekauft wird, für die Federnfixierung vorbereitet. Es werden maschinell die erforderlichen 16 Löcher gestanzt und die Federn gesetzt.
Die so gesetzten Federn werden justiert, so daß der Federkorb seine runde Form bekommt und das Ganze wird dann noch mit Klebstoff fixiert.
Das Garn wird mit einer Art Häkelnadel in atemberaubender Geschwindigkeit händisch aufgebracht und dann maschinell verklebt, was dem Korb seine Haltbarkeit verleiht.
Die dann "fertigen" Natur-Federbälle werden noch einer Gewichtskontrolle unterzogen, wobei Gewichtsunterschiede mit Milligramm-Nägeln ausgeglichen werden.
Nach der Trocknung wird die Geschwindigkeit der Bälle getestet. Jeder einzelne Ball wird mit einer Ballmaschine durch die Badmintonhalle geschlagen und von Kartons, die in den einzelnen Geschwindigkeitszonen stehen, aufgefangen. Diese Geschwindigkeitszonen verändern sich je nach Temperatur und Feuchtigkeit.
Erst dann werden die Flugeigenschaften getestet, indem alle Bälle erneut per Ballmaschine durchgeschlagen werden und von guten Spielern, händisch, ja nach Flugverlauf, in Kategorie 1 (vollkommen), 2 (recht gut) und 3 (etwas unruhig) eingeteilt werden.

Der Naturfederball besteht also aus einem lederbezogenen Ballkopf aus Kork, in den Federn als Kranz gesteckt sind und wiegt ca. 4,73 - 5,5 g.

- Der Plastik-Federball
spielt im Vereinssport eine untergeordnete Rolle und hat es zum Teil schwer, sich gegen den beliebteren Bruder, den Natur-Federball durchzusetzen. Dies liegt wohl hauptsächlich daran, daß die Flugeigenschaften eines Nylon-Federballes nicht an die des Natur-Produktes heranreichen. Der Nylon-Federball hat aber zweifelsohne einen entscheidenden Vorteil: die lange Haltbarkeit! Dies führt dazu, daß die Nylon-Federbälle gerne im Schulsport, im Vereinssport, in unteren Jugendspielklassen sowie im Hobbybereich und in kommerziellen Centern eingesetzt werden. Also alles Einsatzbereiche, bei denen die Flugeigenschaften nicht ganz so wichtig sind und es primär auf die lange Haltbarkeit des Balles ankommt. Bei Plastikbällen entfällt prinzipbedingt ein Ärgernis, welches bei Natur-Federbällen immer wieder festzustellen ist. Nämlich, daß Bälle geknickt werden müssen, was wiederum nicht förderlich für deren Haltbarkeit und deren Flugverhalten ist. Und wo wird der Nylon-Federball produziert? Nylon-Federbälle werden heutzutage fast ausschließlich in Taiwan und Japan produziert, wobei es seit kurzem auch die ersten Ansätze in der Volksrepublik China gibt, die aber qualitätsmäßig noch nicht befriedigend sind. Das Geheimnis liegt in der Beschaffenheit und Konstruktion des Korbes, in das viel Forschung zuerst zu investieren ist.

- Federbälle-Geschwindigkeiten:
Die Fluggeschwindigkeit wird vorallem durch das Gewicht (77 grains wird zu 90% in Österreich verwendet; 76 ist langsamer, 78 ist schneller) und den Winkel, in dem die Federn im Kork befestigt sind, bewirkt, weiters durch die Temperatur und die Höhenlage des Spielorts. Prinzipiell fliegen schwerere (schnellere) Bälle weiter, was auch bei höherer Lage der Fall ist. Bei Nylonbällen wird die Geschwindigkeit in Farben (Band am Ball und Kennzeichnung auf der Dose) angezeigt: GRÜN = langsam, BLAU = mittel (meistverwendet in Österreich), ROT = schnell.

Netz

Das Netz muß an den Seiten eine Höhe von 155 cm und in der Mitte eine Höhe von 152,4 cm haben. Es ist z.B. 6,02 m lang und 76 cm hoch. Die Maschenbreite liegt zwischen 15 und 20 mm. Die Netzoberkante, eine 37,5 mm breite weiße Lasche birgt das Spannseil.

Schläger

Ohne ihn geht gar nichts. Ist er zu leicht, bricht er, ist er zu schwer, kriegt man die Kugel nicht weg. Mittlerweile hat man sich aber für Wettkampfmaterial eingependelt auf 85-100 Gramm und natürlich weltraumerprobte Materialien, was sich immer gut vermarkten läßt.
Aktuell sind also Materialien wie Carbon, Boron oder Aluminium für den Schläger, dessen Form und Maß seit 1984 festgelegt sind.

 

Material

Holz findet heutzutage keine Anwendung mehr
Stahl für untere Preisklassen
Aluminium in Verbindung mit Stahl
in Verbindung mit Carbon/ Graphit
Carbon bzw Graphit für obere Preisklassen
Werkstoffe Nur in Verbindung mit Carbon/Graphit
Anteil mit ca. 3 bis 5 % nur gering
Boron, Ceramic, Kevlar, Titan

Vor-/Nachteile

Stahl + günstig
+ sehr haltbar
- schwer
- kaum Flexibilität
Aluminium + leichter
+ gute Haltbarkeit
- teurer
- kaum Flexibilität
Carbon bzw
Graphit
+ sehr leicht
+ sehr flexibel
- teurer
- nicht so haltbar( ermüdet)

Die Werkstoffe werden vornehmlich im Kopf des Rackets verwendet, um eine höhere Härte zu erzielen. Es besteht die Möglichkeit verschiedene Materialien zu kombinieren. z.B. Stahlschaft mit Aluminiumkopf , Carbonschaft mit Aluminiumkopf.